Statement
Die Wirkungen des engen Geflechts Politik - Megakapitalismus - Globalisierung
auf das Individuum .
Der urbane Raum dient dabei als Folie gesellschaftlicher Befindlichkeiten.
In den Folien eingebrannt sind Klischees, Vorurteile und tradierte Rollenbilder
davor sich der Mensch seltsam fremd, isoliert und verloren darstellt.
Zwischen Mensch und Hintergrund die Kluft, die alle Spannung des Individuums
in einer sich standardisierenden Welt versammelt. So werden individuell
real zu meisterndes Leben und allgemein gültige, weil globale,
Entwicklungen gleichermaßen sichtbar.
o Puppen, wiederkehrende Protagonisten in Photografien
und Malereien, sind ebenso Träger der von Zuschreibungen gekennzeichneten
Mythen (Unschuld, Schönheit, Gewalt) wie entpersonifizierte Platzhalter
realer Menschen, die vom Betrachter individuell-assoziativ eingesetzt
werden können. Dies ermöglicht eine gleichermaßen distanzierte
wie sehr persönliche Annäherung, lässt die Wahl zwischen
entfernter Betrachtung, in der sich die Kluft zwischen Mensch und Welt
eröffnet, und konkretem Nachspüren unmittelbar erfahrener
körperlicher und seelischer Gewalt.
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o Shanghai, der Inbegriff des neuen Chinas. Ihr Gesicht
ist geprägt durch die Ambivalenz der gegenwärtigen politischen
Situation. Öffnung und Reform in einem starren diktatorischen System.
Aufbruchstimmung und rege Bautätigkeit bestimmen das Stadtbild. Modernität
verdrängt gewachsene Strukturen, lebendige Armut und Unterdrückung.
Wachstum und Ausbeutung für die Öffnung . Die Reform. Eine neue
Gesellschaft entsteht, der Kapitalismus hält Einzug.
o Bondage, in Anlehnung an die japanische,
traditionelle Kunst des Verschnürens (Kinbaku), auch in Hinsicht
auf die tausend Jahre alte chinesische Tradition der Lotusfüße,
das Bild der gebundenen Frau nicht als Fetisch, sondern als Sinnbild der
Unterdrückung und Ohnmacht in einer männlich dominierten Gesellschaft. |
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