ALEXANDRA BOLZER | VISUAL ARTIST | VIENNA


Statement

Die Wirkungen des engen Geflechts Politik - Megakapitalismus - Globalisierung auf das Individuum .

Der urbane Raum dient dabei als Folie gesellschaftlicher Befindlichkeiten. In den Folien eingebrannt sind Klischees, Vorurteile und tradierte Rollenbilder davor sich der Mensch seltsam fremd, isoliert und verloren darstellt. Zwischen Mensch und Hintergrund die Kluft, die alle Spannung des Individuums in einer sich standardisierenden Welt versammelt. So werden individuell real zu meisterndes Leben und allgemein gültige, weil globale, Entwicklungen gleichermaßen sichtbar.

o Puppen, wiederkehrende Protagonisten in Photografien und Malereien, sind ebenso Träger der von Zuschreibungen gekennzeichneten Mythen (Unschuld, Schönheit, Gewalt) wie entpersonifizierte Platzhalter realer Menschen, die vom Betrachter individuell-assoziativ eingesetzt werden können. Dies ermöglicht eine gleichermaßen distanzierte wie sehr persönliche Annäherung, lässt die Wahl zwischen entfernter Betrachtung, in der sich die Kluft zwischen Mensch und Welt eröffnet, und konkretem Nachspüren unmittelbar erfahrener körperlicher und seelischer Gewalt.

 

 


 









o Shanghai, der Inbegriff des neuen Chinas. Ihr Gesicht ist geprägt durch die Ambivalenz der gegenwärtigen politischen Situation. Öffnung und Reform in einem starren diktatorischen System. Aufbruchstimmung und rege Bautätigkeit bestimmen das Stadtbild. Modernität verdrängt gewachsene Strukturen, lebendige Armut und Unterdrückung. Wachstum und Ausbeutung für die Öffnung . Die Reform. Eine neue Gesellschaft entsteht, der Kapitalismus hält Einzug.

o Bondage, in Anlehnung an die japanische, traditionelle Kunst des Verschnürens (Kinbaku), auch in Hinsicht auf die tausend Jahre alte chinesische Tradition der Lotusfüße, das Bild der gebundenen Frau nicht als Fetisch, sondern als Sinnbild der Unterdrückung und Ohnmacht in einer männlich dominierten Gesellschaft.